Was ist Salsa?
„Salsa ist ein Wort, das allen tanzbaren Rhythmen gegeben wurde. Darin kann
enthalten sein Cumbia, Guaguanco, Son Montuno, Guaracha, Conga und
Rumba. Das alles ist in diesem Wort. Um Salsa also genau zu definieren,
müsste man zunächst jeden einzelnen Rhythmus selbst definieren“
Oscar d` Leon ( Sänger, Venezuela)
„Salsa ist Latin Soul. Salsa ist Geschmack und Würze. Salsa ist Rhythmus!
Afrikanischen Sklaven brachten ihre Rhythmen in die Karibik, mischten diese
mit der indianischen, europäische Melodien und spanischen Texte, so
entstand lateinamerikanischer Musik. Unsere Söhne und Töchter kamen
hierher, mischten es mit der hohen Energie New York`s, fügten den Jazz hinzu
und unsere Blaskapellen hatten die Salsa geboren!
Ich füge hinzu, die Rhythmen sind kubanischen Ursprungs, aber es waren
die jungen Puerto Ricans, die diese entwickelten und zu neuen Leben in
New York City erweckten.“
Izzy Sabrina ( Promoter, Latin Magazin, Herausgeber, NY`C)
„Ich bin kein Koch, ich spiele afro- kubanische Musik“
Tito Puente (Percussionist, NY`C)
„Salsa ist die Zusammenfassung aller kubanischen Rhythmen
unter einen neuen Namen“
Celia Cruz ( Sängerin, Cuba)
„ Ich spiele Salsa schon seit 50 Jahren, aber hier in NY`C,
die spielen es wirklich schlecht“
Machito ( Komponist, Bandleader, Cuba)
Tatsächlich beinhaltet die heutige moderne Salsa die Vermischung
traditioneller afro-cubanischer Rhythmen (Son, Rumba, Mambo),
nordamerikanischer Rhythmen (Louisiana-Jazz, Swing) und afro-karibischer
Musik (Plena, Merenque, Danza). Der typische Salsa- Sound entsteht aus
dem Zusammenspiel der Instrumente Conga/ Tumba und Bongo als
Rhythmus- Instrumente (im 4/4 Takt, Nebenbetonung auf 2)
was schlicht als die afrikanische Tradition betrachtet werden kann
und dem Spiel aller anderen Musikinstrumentez.b. alle Bläser, Tres,
Piano sowie dem Gesang auf dem ersten Takt
und damit in der europäischen Tradition.
Eine eigentliche Disharmonie zwischen Melodie und Rhythmus,
was aber in ihrer Fusion letztlich die Salsa Vibration entstehen lässt.
Der Name Salsa entstand dabei als Kunstwort schon Mitte der 50` Jahre.
Üblicherweise unterscheiden auch heute Latinos (abgesehen von den
Musikern selber natürlich) nicht zwischen den einzelnen Rhythmen,
was immer wieder bei Konzertbesuchen auffällt.
Werden dort Rhythmen wie Salsa, ChaChaCha,
Son, Bolero nebeneinander gespielt, betiteln Latinos dies schnell
als „ coole Salsa“.
Hieran setzt auch der historische Hintergrund an. Der kubanische
Songkomponist Ignacio Pinero titelte 1933 den Song „ Echale Salsita“.
Der Song ist ein klassischer Son Montuno.
In dem Lied geht es sprichwörtlich um die Wurst.
Nämlich um die ungewürzte Wurst die es am Straßenrand
zu kaufen gab. Es ist ein Protestlied gegen die schlechte
und geschmacklose Nahrungsversorgung in Kuba. Dieser Ausruf
setzte sich zunehmend bei Musikern und Tänzern fest.
Der Ruf „ Salsa“ ist defacto eine Abkürzung, sprich übersetzt
„ jetzt hier aber mal eine richtige (gewürzte) Mischung.
In den 50` und 60` Jahren gibt es eine Menge an Radio-
und Fernsehshows mit Latin Musik.
Dies sowohl in den USA als typisches Einwanderungsland und
größter Musikmarkt aber auch im ursprünglichen Karibischen Raum.
Wegen der Bandbreite der zu spielenden Musikgengres
der lateinamerikanischen Musik wurde neben ihrem Titel
den Beinamen „Salsa“ verwendet. Zuweilen wurden
diese auch mit diesem eröffnet. „ Hola Salsa“ war eine beliebte Phrase.
Musikalisch gesehen, kann man Salsa nicht einer Person
als Erfinder zuordnen. Dies liegt daran, das es seit den 40`Jahren
einen regen musikalischen Austausch innerhalb des Dreieckes
Karibische Inseln (Cuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico),
des lateinamerikanischen Festlandes (Venezuela,
Kolumbien, Mexiko) und den USA gibt. Dieser Austausch findet sowohl
über Auftrittsmöglichkeiten der Musiker, d.h. Tourneen und Musikfestivals,
Aufführungen im Radio und Fernsehen und der Bevolkerungs- wanderung
statt. Die traditionell in den USA beliebte kubanische Musik, wird kurz nach
dem 2.Weltkrieg angeführt vom Mambo, der zunächst über Mexiko und
Kalifornien nach NY`C gelangt. Dazu kommt 1955 der langsamere und damit
einfachere Rhythmus Cha Cha Cha. Beide sind sozusagen Vorläufer der Salsa
oder besser sie wurden in die Salsa integriert.
Mit der Revolution 1959 in Kuba und dem Exodus von Kubaner nach NY`C
erleben lateinamerikanische Rhythmen und Tanzorchester noch bis 1962 ein
erneutes Hoch, aber das breite Publikum wendete sich erneut neuen
Musikrichtungen zu.
1964 treten schließlich die Beatles ihren Siegeszug an und verweisen alles
andere in die Schranken. Es ist die Zeit der sozialen Unruhe in den USA. Es ist
auch die Zeit der zunehmenden wirtschaftlichen Verelendung in den
spanischsprachigen Vierteln NY (Spanisch Harlem, South Bronx). Die
wirtschaftlichen und sozialen Probleme die Einwanderer aus Puerto Rico, Kuba,
Kolumbien, Venezuela, Panama und Dom. Republik haben, bestehen indes
genauso in ihrem Herkunftsländer, was mithin eine Identifikation schafft. In
diesem Umfeld beginnen die Musiker den Mix ihrer traditionellen Rhythmen und
peppen ihn mit Jazz und Rockmusik auf. Dieser Mix lässt eine neue Musik
entstehen. Er ist in seinem ursprünglichem Sinne Ausdruck zur
spanischsprachigen (latein-amerikanischen) Tradition. Mehr und mehr
verbreitet sich dieser Mix auf Festivals und Tourneen der Musiker und auch
auf LP wird häufig der Begriff „Salsa“ verwendet.
Den wirklichen Quantensprung erlebt die Salsa dann im Jahr 1973 als Jonny
Pacheco von der Plattenfirma „Fania“ in NY`C mit dessen Musikern und Izzy
Sabrina vom „ Latin NY Magazin“ begannen, „ Salsa“ als neues eigenständiges
Musikgenre zu vermarkten.
Spätestens ab 1975 mit dem Fania- Film „Salsa“ war mit der Musik und dem
Begriff eine neue Musikrichtung geschaffen die sich der weltweiten
Verbreitung erfreut. Neben dem Zeitgeist und der neueren technischen
Möglichkeiten dürfte der weitaus klarere und entzerrte Aufbau innerhalb der
Rhythmusstruktur der Salsa Musik der Schlüssel zu dessen Erfolg sein.
Salsa ist heute längst ein Teil der Populärmusik. Salsa kommt Cali und Bogota
in Kolumbien. Salsa kommt aus Caracas in Venezuela. Salsa kommt aus
Mexiko. Salsa kommt aus Miami und New York. Salsa kommt aus Cuba und
Puerto Rico. Angereichert mit den jeweiligen länderspezifischen Rhythmen,
klingt die Salsa mal nach Cumbia und Swing, manchmal klingt die Salsa mehr
nach Jazz und gelegentlich klingt die Salsa nach Santeria. Aus allen Ländern
kommen hervorragende Musiker und Orchester mit unterschiedlichen
Einflüssen, Traditionen und Zusammensetzungen.
Gloria Estefan, Jennifer Lopez, Shakira und selbst Ricky Martin haben auf ihren
Alben und Konzerten Salsastücke prolongiert und damit neuen Musikhörern
geöffnet. Orchester die weltweit erfolgreich sind, haben längst die
Globalisierung der Salsa in ihrer Musik integriert und wenden sich bewusst an alle Zuhöhrer